Namensgebung in Indien: von Dipl.-Ing. Zahir


 1. Einleitung

In Indien gibt es sehr verschiedene Völker, Religionen und Sprachen. Die Menschen aus verschiedener ethnischer Herkunft haben sehr verschiedene Namensart, was auch als Namensrechts bezeichnet werden kann. Menschen in Bangladesh, Indien und Pakistan sind bei der Vergabe der Namen zu ihren Kindern sehr fantasiereich. Es gibt fast keine Einschränkung oder Grenze sowohl für die Vornamen als auch für die Nachnamen. Man versucht jedoch, einen Namen zu finden, der eine schöne Bedeutung hat, schön klingt oder auf etwas liebevolles hindeutet. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Verschiedene Sprachen, Religionen und Herkunft bieten ein buntes Spektrum an.Trotz all dem gibt es auf Grund der Religionen, Sprachen und Herkunft eine gewisse Regel für das Namenrecht oder Namengebung. Zunächst unterscheidet man zwischen den Namen auf Grund der Religionszugehörigkeit, der Religionen wie Christentum, Hinduismus, Islam und Sikh. Angehöriger verschiedener Religionen haben in der Regel verschiedene Name. Ausnahmen sind hier aber nicht ausgeschlossen. Mit einem Familien- und Vornamen zusammen wird aber eine Unterscheidung schon deutlicher. Namen wie Allah Rakha, Rabnawaz, Mohammad Saleh sind eindeutig Namen der Menschen, die Muslime sind, und Namen wie Chander Daas, Parem Chand sind eindeutig Namen der Menschen die Hindus sind, Gurbachan Kaur, Kirpal Singh sind eindeutig Namen der Menschen, die Sikh Glauben haben, Sunil Peter, Desosa John sind eindeutig Namen der Menschen, die christlichen Glauben haben. Daneben gibt es auch Unterschiede wegen der örtlichen Gegebenheiten, so z. B. nord- und südindische typische Namen. Es gibt Unterschiede wegen der Sprachen, aber auch auf Grund der Art der Aussprachen. Ein gleicher Name wird unterschiedlich geschrieben und wird daher praktisch ein anderer Name.


2. Transkription


Die Übertragung der indischen Namen in lateinische Schriftart der englischen Sprache ist auch sehr willkürlich und unterliegt ganz phonetische Übersetzung. Hier gibt es keine festen Regeln. Man vereinfacht die Übertragung, in dem man gleich klingende aussprechende Buchstaben benutzt, um eine Namen aus Hindi, Punjabi, Urdu, Bengali und anderen Sprachen in die englische Sprache zu übertragen. Hier werden manchmal Vokale wie a oder i doppelt geschrieben, um die Namen zu verdeutlichen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die ursprünglichen Sprachen die in die lateinische Schreibweise übersetzt werden, auch eine Roll spielen. Gleiche Namen aus verschiedenen Sprachen werden auf Grund dessen, dass sie anders gesprochen werden auch in lateinische Schrift anders übersetzt. So wird z.B. ein indisch muslimischer Name in Nord-Indien Zainul und in Bengalen Jainul gesprochen und geschrieben. Zudem muss man wissen, dass auf dem indischen Subkontinent Englisch immer noch als Amtssprache gilt und deshalb ist es auch wichtig, die Namen in dieser Sprache zu schreiben. Dabei werden in der Geburtsurkunde oder in dem Schulregister die Namen in englischer Schreibweise festgelegt, welche die Person lebenslang behält. So dass diese Schreibweise auch in den Pass und anderen Urkunden ohne Abweichung übertragen wird. Es wird kein Mensch der Urkundenfälschung beschuldigt, falls er seinen Namen in englischer Schreibweise abweichend von seinem Dokument angibt. Weil man seit Jahrhunderten indische Namen auch in englischer Schreibweise schreibt, gibt es eine gewisse Regel für die Übertragung dieser Namen, sonst konnte überhaupt kein Name ähnlich oder gleich übertragen werden. Wenn die Namen wie Rakhesh auch Rakeesh oder Rama auch Raama oder Nahid auch Naheed geschrieben werden, werden sie doch gleich ausgesprochen und in indischer Schreibweise sie gleich geschrieben. Jeder Mensch muss darauf selbst achten, dass sein Name richtig von indischer Schreibweise in die englische Schreibweise übertragen wird.


3. Unterschiede auf Grund der Religionszugehörigkeit


3.1. Hindu Namen
Der Herausgeber des Buches "Indian Names" Herr M.V. Kamath schreibt in seinem Vorwort, dass es bei Namen die aus der Sankrit-Sprache stammen keine Hindu-Namen sind. Gegen diese Behauptung möchte ich sagen: dass bis auf einige Ausnahmen sind die Namen eigentlich an ihre religiöse Zugehörigkeit gebunden. Zumindest gilt diese Regel auf dem indischen Subkontinent. Hindu Namen haben drei Elemente.
3.1.1. Das erste Element ist der Gott oder die Göttin, mystische Personen oder mit heiligen Orten verbunden.
So z.B. von Gott: Ishwar, Jagdev, Bhagwan usw. Oder von Göttin Indra: Inder, Davinder. Von Rama: Ram Avtar, Ram Iqbal. Von Krishna: Kirshan, Gopal. Von Vishnu: Hari. Von Shiva: Shiv, Shankar. Von Ganesh: Ghanpati. Von Göttin: Devee, Kali, Gori. Namen wie Gaya, Keshi sind mit heiligen Orten verbunden. Viele "Sanyasis" tragen die Endung wie Anand, also Dayanad oder Dharmanad.
3.1.2. Das zweite Element, welches jetzt oft weggelassen wird, hat meistens die Endung wie Kumar, Chandra usw.
3.1.3. Das dritte Element ist der Name der Kaste. Diese Element ist in der Kaste Kshatriyas wenig verbreitet ist und in Dörfer gibt es nicht. Diese werden als Familiennamen eingetragen oder als ´Christennames´ bezeichen. Bei der obersten Kaste, den Brahamanen sind Namen wie Ghotam, Divari oder Sharma als Familiennamen üblich. Wobei bei der Kaste der Kshatriyas Namen wie Singh und Chauhan oft Vorkommen. Singh ist auch sehr oft ein Sikh-Familienname, der nur zusammen mit Vornamen einen Hinweis auf der Namen des Sikh gibt. Singh als Familienname der Sikhs und Familienname Chauhan deutet auch die Herkunft aus Punjab. Die Namen Verma, Lal kommen bei Kaste Kayasthas vor und Ananad und Khanna sind typische Namen der Kaste Katris. Die Familiennamen Taneja, oder Aroras sind der Kaste Aroras Familiennamen. Hier ist es auch zu beachten, dass auch unter Sikhs wird diese Namen getragen werden. Eine andere Kaste der Vaishyas trägt die Namen wie Agarwal, Goyal oder Gupta. In moderner Zeit werden auch sehr viele säkulare Namen wie Anil, Amarnath, Kala und Lal, welche als Vornamen zu verstehen sind. Andere Namen sind Jaisal und Prajapati.
3.1.4. Geschlecht-Spezifische Namen
Die Namen, die eine Endung wie i oder ya tragen, sind oft weibliche Namen. So z.B. Istari, Kumari, Sandhya oder Kali. Oft haben diese Namen eine Vorsilbe wie Pra, Su, Abhi, Vi oder Adhi. Wenn diese Namen in weiblicher Form vorkommen sind sie z.B. Prabhaa, Prajna, Sumati, Abhineeti, Vimalaa, Adhija. Bei männlichen Namen sind es Namen wie Prajit, Pradeep, Subhadra, Abhinava, Vijaya, Adhipa. Es gibt aber auch typische weibliche und männliche Endungen. Für weibliche Namen sind Rani, Kumari oder Kaura und für männliche Namen sind Dasa, Lala Kumar oder Raja Beispiele dafür. Diese Namen bedeuten z.B. Ehre, Überheblichkeit, Prinzen oder Prinzessin. Sehr viele junge Frauen insbesondere in der Städten tragen die Familiennamen ihrer Eltern, welche nach der Heirat durch den Familiennamen des Ehemanns ersetzt werden.
3.2. Muslimische Namen
Die muslimischen Namen bestehen auch sehr oft aus zwei Teilen, Vor und Familiennamen, jedoch gibt es auch dreiteilige Namen. Bei dreiteilige Namen ist oft ein Teil der Namen aus Familienherkunft oder wie die Familie sich bezeichnet. Obwohl es bei den Muslimen keine Kastensysteme gibt, gibt es hier auch unterschiedliche Familiennamen auf Grund des unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellenwerts. So z.B. die Menschen, die den Namensteil Syed Tragen, was etwa wie "von" Bedeutet. Es ist kein Familienname, weil zusätzliche zu diesem Namen auch eine Familienname enthalten ist.
3.2.1. Auf Grund der verschiedenen Berufe gibt es verschiedene Familiennamen. So z.B. Qureshi für den ursprünglichen Fleischereiberuf oder Ansari für den der Beruf die Weberei.
3.2.2. Abgeleitet von dem Namen des Allah kommt auch sehr häufig vor, wie Allahdatta als Vorname, aber das gleiche am Ende des Namens auch als Familiennamen vorkommt. Wie z.B Naeem Ullah usw. Da aber es selbst eine ganze Reihe von Namen, als Bezeichnung von Allah gibt, gibt es auch diese Namen als Familiennamen wie Rehman, Rahim. Es eine gibt eine ganze Reihe von Namen, die als erstes Element, also als Vornamen aber auch als zweites Element, also als Familiennamen vorkommen.
3.2.3. Der Name Mohammad wird auch als Familien- und Vornamen vorkommt. Wie Mohammad Basid als Familiennamen aber bei Mohammad Imam als Vorname.
3.2.4. So ist es auch bei anderen heiligen Personen des Islam, wie Hassan, Hussain usw., diese Namen gibt sowohl als Vornamen als auch Familiennamen. Geschlecht-Spezifische Namen:
Häufig vorkommende Namen sind Akbar, Aziz, Azeem oder Anwar. Diesen Namen wird durch Einsetzen von "a" oder "i" in weiblicher Namen umgesetzt, so z.B. aus Akbar Akbari oder aus Azim Azeema. Andere populäre weiblicher Namen sind Zareena, Yasmin oder Fatima. Frauen haben oft die Namen mit Jahan, Bano oder Begum. Es wird bei vielen Namen, die weiblichern als auch männlichen Vornamen vorkommen, eine zweiter Teil des Namens oder Familiennamens zugesetzt, um zu unterscheiden. So. z.B. Anis Ahmed als männlicher Name und Anis Bano als weiblicher Name. Sehr häufig tragen die junge Frauen Vornamen ihres Vaters als Teil des Familiennamen, da sie später nach der Heirat, den Familiennamen ihres Mannes annehmen.
3.2.5. Häufige Familiennamen
Ansari, Kazmi, Farooqi, Rehmani, Siddiqi oder Zaidi sind häufige Familiennamen. Diese Namen werden immer als zweites Element des Namens.
3.3. Sikh Namen
Alte Namen wie Nehal oder Jeevan werden mit modernen Namen wie Gurbachan oder Gurdeep ersetzt. Diese sowie auch Namen wie Hardeep Gurdeep, die als Vornamen haben keine Unterschiede zwischen männlichen oder weiblichen Namen. Durch eine Zusatz wie Singh werden diese Namen als männlich oder mit dem Zusatz der Kaur werden als weiblichen Namen betrachtet. Bei männlichen Namen sind Singh ist meist Familienname Kaur bei Frauen. Es gibt aber auch Kastennamen wie bei Hindu-Namen, sie werden aber sehr oft weggelassen. Es gibt aber aus ein drittes Element des Familiennamen was eigentlich ein Kastenname ist z.B. Arrora.
3.4. Christliche Namen
Chistliche Namen sind typisch für die Menschen aus Süd-Indien wo meist Angehörige der christlichen Religion wohnen. Die typischen Namen gleichen den europäische Namen, wie aus der Bibel entstandene Namen. George, John, Peter und William sind typische Namen für die Christen. Es gibt aber auch Namen bei Angehörigen der christlichen Religion, die ganz typische muslimische oder hinduistische Namen sind. Es gibt aber auch häufig Namen aus drei Elementen, die aus einer Kombination der typischen hindi und eines christlichen Namen sowie aus einem Familiennamen bestehen. Sunil Peter Maliyakkaloder, Leo Mellington Peter ein weiblicher Name wie Theodora Vasantha Peter sind Beispiele dafür.


4. Bibliografie :
4.1. Indian Names, M.V. Kamath u. Kalindi Raneri
4.2. Feroz-Ul-Lughat, Urdu-Lexikon, Ferooz Sons, Lahore Pakistan
4.3. Tigor ki Shairi, Rabinder Nath Tegor